RESET: Nochmals alles neu!

Wenn ich mich selbst bis Mitte 20ig hätten beschreiben müssen, wäre das Wort «sportlich» nie und nimmer benutzt worden. Wirklich nicht!
Sport gab es in meinem Leben einfach nicht. Ich konnte mich als Kind nie für Fussball, Rennen oder Schwimmen begeistern. Ich redete mir selbst ein, dass ich eben nicht sonderlich sportlich bin und es mich auch nicht interessiert.

Die Wahrheit war aber: Ich hatte Angst etwas Neues auszuprobieren, sei es im Sport oder auch bei meiner Ernährung. Denn, wenn ich scheitere, dann würden mich andere verurteilen. Und genau diese Angst hielt mich über Jahre davon ab, es überhaupt zu versuchen.

Vor gut zwei Jahren aber passierte etwas. Und zwar hatte ich etwas Zeit für mich...
Ich hatte Zeit, mich intensiv mit mir selber zu befassen. Denn mein Mann war im Militär, Familie und Freunde gerade etwas beschäftigt. Also machte ich mir ein paar grundlegende Gedanken über mich und meine Zukunft. Ich wollte mich weiterentwickeln und mich verändern. Aber wo fängt man an?

Ich liebe ja Süsses. Und nein, das ist nichts Schlechtes an sich, aber bei mir ist die Liebe zu Schokolade etwas ausgeartet. Mein Mann erinnert mich noch heute gerne daran, dass ich früher oft einen halben Schokoladenkuchen (ganz ohne schlechtes Gewissen) alleine verputzt habe. Diese kam meiner Gesundheit also nicht wirklich zugute. Denn du kennst es, viel Zucker und Fett helfen deinem Körper nie…

Als ich also etwas Zeit hatte, wurde mir schnell klar, dass ich meine Ernährung verändern musste und das ausprobieren wollte, was ich mich nie getraut hatte. Ich wollte mich endlich vegan ernähren!
Vegan, ausgeglichen und gesund.

Ich lebe schon seit ich 8 Jahre alt bin vegetarisch (andere Geschichte). Aber mir war immer klar, dass, wenn ich meine Wertevorstellung wirklich leben möchte, ich eigentlich Veganerin sein müsste. Da dies im Alltag aber viel schwieriger ist, nicht unbedingt für mich aber für Gastgeber, Arbeitskollegen, Freunde und Familie habe ich mich nie getraut es auszuprobieren. Viele Leute meinten immer wenn ich das Thema ansprach: Vegan?! Die sind so anstrengend und radikal, das bist du doch nicht.

Nun hatte ich plötzlich den «Raum» dazu es auszuprobieren, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Ich kaufte also nur noch vegane Nahrungsmittel ein, probierte neue Rezepte aus und begann eine neue Routine. Ganz für mich. Meine kreative Energie war erwacht!

Je länger du etwas anders machst, desto «normaler» wird die Sache für dich. 21 Tage - und du fühlst dich ganz anders. So lange braucht nämlich das Hirn um den Schalter umzulegen. Probier es aus!

Aber nicht nur das! Ich hatte plötzlich weniger Angst mehr Neues zu versuchen. Ich merkte, dass ausprobieren Spass macht! Also wollte ich es nochmals mit Yoga versuchen. Ein früherer Versuch war mangels Beweglichkeit gescheitert. Also versuchte ich es mit Yoga von zuhause aus.
Sehr schnell fand ich auch ein tolles Youtube-Yogaprogramm mit tollen Übungen von «Yoga with Adriene».

Nach ein paar Wochen, in welchen ich unglaublich diszipliniert jeden Morgen Yoga gemacht habe, erfuhr ich von Adriene in einem ihrer Videos, dass sie neben dem Yoga auch noch oft joggen ging. Irgendwie reizte es mich plötzlich auch mal joggen zu gehen…

Also habe ich mir eine kleine Strecke ausgesucht und merkte sehr schnell, dass ich leider überhaupt keine Ausdauer besass. Ich glaube, ich schaffte nicht mal einen Kilometer ohne wieder gehen zu müssen.
Aber das war ja kein Weltuntergang. Bis ich wieder zu Atem kam, ging ich einfach gemächlich. Es sah mich ja auch niemand.

Und so nahm das ganze seinen Lauf! Und ja, Lauf ist hier wörtlich gemeint.
Denn schon etwas später hörte ich dann über Social Media vom ersten Wanderlust Festival in Zürich.
Zu diesem «Mindful Triathlon» gehörte ein 5-km-Lauf, eine Yogaeinheit und zum Schluss noch eine gemeinsame Meditation. Aber war ich bereit aus dem Schneckenhaus zu kommen?

Es reizte mich sehr, also habe ich mich nach langem Überlegen einfach angemeldet. Mit so vielen Leuten gemeinsam Yoga zu machen, das wollte ich unbedingt versuchen. Ich hatte aber wirklich Angst davor den 5-km-Lauf nicht durchzuhalten. Also musste ich intensiver anfangen zu trainieren. Es musste doch möglich sein 5 km am Stück zu laufen?!

Und so kam es, dass ich ein paar Wochen später an genau diesem Festival meine ersten 5 km am Stück lief. Ich war so stolz auf mich! Und von da an ging es weiter…

Reset your mind, Vegan Running and Sport