Mein erster Marathon!

Nach der Anmeldung zu meinem ersten Marathon in Berlin, hatte ich genau 12 Wochen Zeit um mich optimal auf den Lauf vorzubereiten. Nicht viel Zeit also um mich von einer normalen Joggerin zu einer Marathon-Läuferin zu wandeln. Da ich so etwas noch nie in meinem Leben gemacht habe, musste mir das Internet all meine Fragen beantworten.

Vegane Ernährung und Marathon? - Kein Problem meinen die Youtube-Bloggerinnen!
Trainingspläne? - Gibt es anscheinend wie Sand am Meer…
Kommt das gut? - Das weiss nicht mal Google.

Das Internet wusste also teilweise Rat. Aber gerade bei den Trainingsplänen war ich mir extrem unsicher.
Wie sollte es möglich sein, unter all diesen Optionen, einen optimalen Plan für mich zu finden?
Diese Standard-Pläne fragen dich gerade mal wie viel Zeit du in das Training investieren kannst. Sie kennen aber weder dein aktuelles Fitnesslevel noch haben sie irgendwelche persönlichen Informationen über dich. Ich lud mir also einfach mal einen 12-Wochen-Plan aus dem Internet herunter und schaute mir diesen etwas genauer an. Grob gesagt, bestand er aus einem lockeren Lauf über 8-10 km, einem Intervalltraining, einem etwas schnelleren kürzeren Run und einem Longrun mit immer höherer Kilometerzahl am Wochendene.
Diesen Trainingsumfang musste ich also nun pro Woche schaffen.

Ich war etwas überrascht aber Adidas Runners Zurich bietet genau diese Läufe über die Woche verteilt an.
Nur bei den Longrun sah ich, dass ich wahrscheinlich ein paar davon separat machen musste. Dies weil sich meine Kilometerzahl immer wieder steigern sollten.

Für mich war es also nun relativ einfach, ich meldete mich einfach zu den Trainings von Adidas an und musste mir noch den Platz in der Agenda freibehalten und meine Freunde auf Lunch statt Abendessen vertrösten.

Insgesamt ging es relativ gut. Haupsächlich, weil ich natürlich mega motiviert war den Marathon zu schaffen. Ich wollte mich verbessern und war bei meinem ersten Longrun über 20 km mega gespannt ob ich das überhaupt hinkriege.

Wie schon erzählt hatte vor der Anmeldung zum Marathon noch keinen einzigen Halbmarathon gemacht… Nach meinem ersten 20 km - Run war ich zwar körperlich erschöpft aber mein Kopf wollte noch mehr machen. Also rannte ich sogar noch 4 km weiter bis zum nächsten Bahnhof. Ich versuchte wirklich bei jedem Training noch etwas mehr zu geben als sonst.

Mein Körper nahm das Training auch ganz gut auf, ich merkte einfach das ich viel mehr Schlaf benötigte und die monotonen Bewegungsabläufe meinen Gelenken zu schaffen machten. Ich versteifte mich und mein Becken und meine Knie liessen mich auch schonmal mitten in der Nacht aufwachen. Trotzdem machte ich unbeirrt weiter und las mich in verschiedene Bücher zum Thema Marathon, Ernährung und Fitness ein um eine gute Balance zu finden… Auch Yoga und Schwimmen halfen mir in der Zeit meinem Körper Abwechslung zu bieten.

Die Lonruns setzen mir natürlich am meisten zu. Statt am Freitagabend mit Freunden etwas trinken zu gehen, rannte ich nach der Arbeit von Zürich nach Rapperswil. Das ist nicht nur körperlich anstrengend sondern auch mental. Dafür war es auch immer wieder unglaublich zu merken, was der eigene Körper eigentlich leisten kann. Du denkst es geht nicht mehr weiter, versuch es!

Meist merkte ich, dass wenn ich nur schon die Musik veränderte oder auf einen spannenden Podcast wechselte, sich meine Stimmung veränderte und ich die nächsten 15 min nicht mehr über meine Beine nachdachte. Mir half es extrem vor einem langen Run eine neue Playlist zu erstellen oder interessante Podcast und Talks rauszusuchen. Auch das Ausprobieren von Gel’s, verschiedenen Energy-Riegeln und neuen Routen half mir mental.

Ich bin sehr gespannt darauf von dir zu erfahren wie du dich auf Longruns vorbereitest?
Was hilft dir und was sind deine Rituale?

Vegan, Fitness und Sport. Mein erster Marathon. Alexandra Niggeler.